← Zurück
Wappen
Interview

Babbel zu Bayerns Kader: „Ein Ritt auf der Rasierklinge“

23.10.2026 10:08

Der frühere Bayern-Profi Markus Babbel sieht im Kader des FC Bayern ein bewusstes Risiko. Nach dem 2:2 gegen den FC Arsenal wurde er im Interview mit ran gefragt, ob die Münchner personell zu sehr auf Kante genäht seien. Seine Antwort: „Ja, so sieht es im Moment aus.“

Gegen die Gunners fehlten Joshua Kimmich, Jamal Musiala und der gesperrte Michael Olise. Luis Díaz saß wegen muskulärer Probleme zunächst nur auf der Bank und musste nach seiner Einwechslung angeschlagen wieder vom Platz. Auch nach dem Spiel gibt es deshalb Sorgen um den Kolumbianer.

Überrascht zeigte sich der 54-Jährige davon, dass Max Eberl zuletzt öffentlich die schwache Form von Lennart Karl angesprochen hatte. „Das kennt man normalerweise nicht von Bayern und ich glaube, da steckte schon auch eine Message an die Nachrücker dahinter: Wenn ihr reinkommt, erwarten wir mehr von euch“, erklärte Babbel.

Zudem verwies er auf die Belastungen nach der Weltmeisterschaft. Viele Topklubs hätten derzeit mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Gleichzeitig sei die Lage schwer zu steuern, weil die etablierten Stars möglichst oft spielen wollen.

Das Dilemma beschreibt Babbel so: „Bei Bayern sind die Stammspieler nicht zufrieden, wenn sie auf die Bank rotieren müssen. Ein Harry Kane will einfach dreimal in der Woche spielen. Und das zeichnet Top-Spieler ja auch aus. Deswegen ist es immer ein Ritt auf der Rasierklinge.“

Die Münchner hätten sich bewusst für diesen Weg entschieden. „Und da muss man dann auch damit leben, dass man bei so einem Topspiel vielleicht nicht immer die besten Spieler am Start hat“, sagte Babbel.

Grundsätzlich falsch aufgestellt sieht er den Klub dennoch nicht. Er beschreibt einen Balanceakt: Vincent Kompany braucht genügend Qualität auf der Bank, um Ausfälle in Topspielen aufzufangen.

Kommentare

Lade Kommentare…

Bitte anmelden, um Kommentare zu schreiben.