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Analyse

Gazprom und Schalke: 15 Jahre politisch kompromittiertes Sponsoring

25.08.2026 07:48

Der Grundstein fiel im Oktober 2006 in Dresden. Beim Staatsbesuch von Wladimir Putin unterzeichneten Schalke 04 und der russische Staatskonzern Gazprom ihren ersten Sponsorenvertrag. Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies überreichte Putin ein Schalke-Trikot mit Gazprom-Logo. Den Kontakt vermittelt hatte Altkanzler Gerhard Schröder, der seit 2005 als Lobbyist für Putin tätig war. Dem BVB bot Schröder den Deal zuerst an. Vorstandschef Hans-Joachim Watzke lehnte ab, weil er ihn als unvereinbar mit dem unternehmerischen Gesamtbild des Klubs betrachtete.

Finanziell war die Partnerschaft für den hoch verschuldeten Ruhrgebietsklub existenziell. Branchenexperten schätzten das Volumen des ersten Fünfjahresvertrags auf 60 bis 66 Millionen Euro, mit Champions-League-Prämien auf bis zu 100 Millionen Euro. Warnzeichen gab es früh: Bereits 2006 veröffentlichten EU-Parlamentarier einer fraktionsübergreifenden Erklärung aus CDU, SPD, FDP und Grünen, wonach Gazprom in höchstem Maße mit der russischen Politik verbunden sei. Schalke verlängerte den Vertrag 2016 trotzdem und weitete die Partnerschaft aus.

Nach dem historischen Abstieg 2021 mit nur drei Saisonsiegen hätte Gazprom eine vertraglich verankerte Abstiegsklausel ziehen können. Der Konzern tat es nicht. Stattdessen flossen laut Medienberichten weiterhin rund neun bis zehn Millionen Euro pro Jahr in die Zweitliga-Kasse eines Klubs mit über 200 Millionen Euro Schulden. Am 28. Februar 2022, vier Tage nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine, zog Schalke die Konsequenz und beendete das Sponsoring-Verhältnis.

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