BVB: Nimmt Kovac seinen Offensivstars zu viele Freiheiten?
Dortmunds Trainer Niko Kovac sieht sich trotz großer Erfolge mit einem alten Vorwurf konfrontiert: Er soll seinen offensiv begabten Spielern durch seine Betonung der Disziplin zu viel Freiheit nehmen. Mehrere Fälle beim BVB nähren diese Diskussion, am deutlichsten bei Konstantinos Karetsas.
Kovac hat den BVB nach der Übernahme im Februar 2025 auf Tabellenplatz elf stabilisiert. In seinen ersten 53 Bundesliga-Spielen holte er 114 Punkte, 2025/26 führte er Dortmund mit 73 Zählern zur Vizemeisterschaft. Erst vor wenigen Tagen verlängerte der Klub den Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2029.
Der 18-jährige Karetsas kam als unbekümmerter Freigeist, Kovac schwärmte von seinem „Spielwitz“. Zuletzt war davon weniger zu sehen: Er arbeitet tiefer mit, ist stärker in taktische Abläufe eingebunden und hatte weniger Einfluss auf das Angriffsspiel. Wie berichtet, fehlt er derzeit wegen einer Bandverletzung im Fuß. Maximilian Beier, eigentlich Angreifer, setzt Kovac immer wieder als Schienenspieler ein, etwa links gegen den HSV. Dort liegen seine Stärken Tiefenläufe, Tempo und Abschluss laut Bericht weit entfernt, überzeugen soll er auf der Position nur bedingt.
Carney Chukwuemeka nannte Kovac einen „Gamechanger“, forderte aber mehr Arbeit gegen den Ball. Das sei seine „Eintrittskarte“. Der Engländer berichtete, die Gespräche drehten sich oft um seine Defensivarbeit, als Angreifer sei er der „erste Verteidiger“. Bei Ethan Nwaneri lobte Kovac nach dem Vorbereitungsspiel gegen Arsenal besonders die aggressive Arbeit gegen den Ball.
Der Vorwurf begleitet Kovac schon länger. Eine Datenanalyse von NDR und Global Soccer Network kam kurz nach seinem Amtsantritt in Dortmund zu dem Ergebnis, die Betonung taktischer Disziplin könne die Kreativität einschränken. Schon beim AS Monaco forderte er von Wissam Ben Yedder intensive Defensivarbeit.