Dzeko tritt aus Nationalelf zurück, Schalke-Legenden diskutieren seine Rolle
Schalkes Stürmer Edin Dzeko hat sich von der bosnischen Nationalmannschaft verabschiedet. Beim 1:1 gegen Schweden in Zenica führte der 40-Jährige sein Team ein letztes Mal aufs Feld und wurde nach 62 Minuten unter großem Applaus ausgewechselt.
Es war Dzekos 152. und letztes Länderspiel. Fast 20 Jahre trug er das Trikot seines Heimatlandes und ist mit 74 Toren Rekordtorschütze und Rekordspieler Bosniens. Vor sechs Monaten hatte er im selben Stadion die WM-Qualifikation gefeiert. „Ich wusste, dass dieser Moment kommen würde, aber ich glaube, auf ihn kann man niemals wirklich vorbereitet sein“, schrieb Dzeko. Die Tage seien von einer „Bura emocija“ geprägt gewesen, einem Sturm der Gefühle. Er dankte Trainern, Mitspielern, dem Staff, dem Verband, den Fans und seiner Familie.
Bei Schalke 04 wird unterdessen über seine Rolle diskutiert. Auslöser war sein Startelfeinsatz beim 0:0 gegen die SV Elversberg, bei dem er sich nur selten in Szene setzen konnte und später ausgewechselt wurde. Klaas-Jan Huntelaar sieht ihn eher als Joker: „Denn er weiß instinktiv, wo das Tor steht. Wird er eingewechselt, dann trifft er normalerweise auch.“ Simon Terodde nennt ihn „einen absoluten Weltstürmer“ und sagte: „Kein anderer Stürmer im Kader ist so eiskalt vorm Tor und keiner kann Bälle so gut behaupten.“
Kevin Kuranyi verweist auf die veränderten Anforderungen: „Seine Rolle in der 2. Liga ist ganz anders als in der Bundesliga.“ Er traut Trainer Miron Muslic aber zu, passende Einsatzmöglichkeiten zu finden. Am Ende schaffe Schalke den Klassenerhalt, „auch mit dem einen oder anderen Dzeko-Tor“. In der vergangenen Zweitliga-Saison hatte Dzeko mit wichtigen Treffern zum Aufstieg beigetragen.