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Interview

Hefer kritisiert Eigenkapital-Regel: "Klare Benachteiligung" für Schalke

30.09.2026 12:50

Schalkes Aufsichtsratsboss Axel Hefer (49) hat im SPORT BILD-Interview die Eigenkapital-Regel der Bundesliga scharf kritisiert und die finanzielle Entwicklung des Klubs als deutlich positiver als erwartet beschrieben.

Hefer erklärte, Schalke habe im zurückliegenden Transferfenster erstmals seit Jahren eine stärkere Verhandlungsposition gehabt. Entwicklungsfähige Spieler wurden verlängert, Investitionen in Stadion und Vereinsgelände sind möglich, und die Merchandising-Umsätze erreichten laut Hefer Allzeithochs. Noch vor einem Jahr habe er gesagt: "Ohne einen Spielerverkauf im Sommer 2026 wird es ganz, ganz schwierig." Diesen Verkauf habe der Klub nun bewusst vermieden, weil das laufende Jahr in vielen Bereichen deutlich besser abschneide als geplant.

Dennoch steht Schalke unter regulatorischem Druck. Um einen Punktabzug zu verhindern, muss der Klub 2027 rund zehn Millionen Euro Gewinn erwirtschaften. Die Eigenkapital-Regel der Bundesliga, ursprünglich aus den UEFA-Regularien übernommen, treffe Schalke als eingetragenen Verein besonders hart. Andere Klubs hätten Corona-Verluste im Konzern verteilen oder andere Werte aktivieren können. Hefer: "Das ist eine klare Benachteiligung und nicht gerechtfertigt. Diese Regel trifft im Grunde genommen nur uns in Deutschland."

Sein Verbesserungsvorschlag: Die Liga solle den Fokus stärker auf Liquidität legen statt auf Eigenkapital. Zudem kritisierte Hefer die 50+1-Ausnahmen sowie die TV-Geld-Verteilung nach der Fünf-Jahres-Wertung als weiteren Wettbewerbsnachteil. Gelder, die Schalke durch seine Präsenz in die Liga einbringe, kämen aufgrund dieser Wertung erst nach Jahren vollständig an, und das auch nur bei kontinuierlichem Tabellenaufstieg.

Bei der Frage nach dem Abstand zur Premier League sieht Hefer keine Verbesserung: "Aktuell sehe ich keinen Weg, den Abstand zur Premier League zu verkleinern. Das Gegenteil ist der Fall." Den verlängerten Vertrag mit Vorstandsboss Matthias Tillmann bezeichnete Hefer als eindeutig richtige Entscheidung, die er auch rückblickend zum Zeitpunkt Ende September 2025 so getroffen hätte.

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