Karls Torjubel sorgt für Wirbel: Hummels übt Kritik
Lennart Karl hat den FC Bayern beim 2:0 in der Champions League bei Atlético Madrid in Führung geschossen und damit eine neue Debatte ausgelöst. Nach seinem Treffer zum 1:0 (54.) hielt sich der Nationalspieler die Hände vor die Ohren. Die Geste lässt sich als Antwort auf seine Kritiker deuten.
Karl hatte Robin Le Normand im Strafraum den Ball abgenommen und anschließend souverän vollstreckt. Ex-Weltmeister Mats Hummels, bei „Amazon Prime“ als Experte im Einsatz, verstand den Jubel genau so. „Diesen Jubel sehen wir viel zu oft mittlerweile. Kritik gehört mit zum Fußball. Deswegen verdienst du auch so viel Geld“, sagte er.
Hummels ergänzte: „Mein Sohn ist acht. In den Spielen seiner Mannschaft sehe ich schon Kinder, diesen Jubel machen, weil der so oft vorkommt mittlerweile. Meinem Sohn verbiete ich den Jubel.“
Zuletzt war Karl von Ehrenpräsident Uli Hoeneß kritisiert worden: „Er ist noch lange kein Superstar, junge Spieler brauchen Demut.“ Rekordnationalspieler Lothar Matthäus forderte: „Bisschen weniger Bling, bisschen weniger Social Media, bisschen mehr Leistung auf dem Platz.“ Sportvorstand Max Eberl riet ihm, sich auf den Fußball zu konzentrieren.
Karls Berater Michael Ballack hatte daraufhin zurückgeschossen: „Dass Uli Hoeneß diese Außendarstellung kritisiert, ist legitim. Aber dass er Lennart damit öffentlich zur Zielscheibe erklärt, ist auch klar.“
Nach dem Spiel sprach Karl nicht mit den mitgereisten Medien. So vermieden die Verantwortlichen, dass der Disput mit Hoeneß in die nächste Runde geht. Die Bayern machten zudem deutlich, dass Manuel Neuer nicht zu dem Jubel befragt werden dürfe.
Mittelfeldspieler Tom Bischof wurde trotzdem auf die Geste angesprochen. Er zog sich aus der Affäre: „Ich bin ihm sehr, sehr nahe. Aber ich habe keine Ahnung“, was Karl damit gemeint habe.