Kimmich-Debatte: Ballack und Kahn sehen Bayern-Profi gemischt
Die Rolle von Bayerns Mittelfeldspieler Joshua Kimmich in der Nationalmannschaft sorgt für Diskussionen. Die früheren DFB-Kapitäne Michael Ballack, Oliver Kahn und Lothar Matthäus bewerten die Lage des 31-Jährigen unterschiedlich. Kimmich gehörte nicht zum zweiten Kader von Bundestrainer Jürgen Klopp.
Ballack erklärte am Sonntag bei RTL: „Klopp hat ihn ein bisschen rausdelegiert für diese beiden Spiele, um zu sehen, wie die Gruppe ohne ihn funktioniert.“ Er ergänzte vor der Nations-League-Revanche in Griechenland: „Damit schwächt er ihn nicht, und ich sehe auch niemanden, der ihn derzeit ersetzen könnte.“ Klopp fahre zweigleisig, das finde er „völlig in Ordnung“. Die Diskussion komme daher „nicht zum richtigen Zeitpunkt“. Der 50-Jährige wich allerdings der Frage aus, ob Kimmich auf der Sechs Weltklasse sei. Als Rechtsverteidiger schätze er ihn stärker ein: „Da war er für mich Weltklasse.“
Kahn sieht den DFB-Kapitän weiterhin als wichtigen Spieler. Nach einem Bundestrainerwechsel müsse sich aber jeder neu beweisen: „Alle müssen das Gefühl bekommen, sich ihren Status erarbeiten zu müssen.“ Kimmich habe zudem „das Pech gehabt, in Nationalmannschaften zu spielen, die nicht besonders erfolgreich waren“. Für eine Führungsfigur fehlten diese Erfolge.
Matthäus sieht Kimmich „natürlich gesetzt, wenn er die Leistung bringt“. Spiele ein anderer auf der Position stärker, „wird Kimmich es schwer haben“. Beim 2:0 gegen Serbien überzeugten Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof. Klopp wich Fragen zu dem Thema bei seiner Pressekonferenz am Samstag aus: „Ich gebe auf. Macht, was ihr wollt.“
Wie berichtet, hatte zuletzt Rafael van der Vaart dem FC Bayern empfohlen, sich nach einem Kimmich-Nachfolger umzuschauen.