Köln sucht unter Wagner die Balance und braucht mehr Mut
Der 1. FC Köln steht nach zehn Pflichtspielen bei neun Punkten aus acht Bundesligaspielen und im Achtelfinale des DFB-Pokals. Trainer René Wagner steht trotz dieser Zwischenbilanz weiter unter Beobachtung, weil sein vorsichtiger Ansatz dem Kölner Spiel unberechenbare Momente nimmt.
Am Sonntag spielte Köln bei Union Berlin, das die Kölner fünf Tage zuvor im DFB-Pokal mit 5:0 geschlagen hatten. Das Spiel fand im eigenen Stadion statt, was angesichts der Berliner Heimstärke von Bedeutung ist. Dennoch wählte Wagner im Ligaspiel eine vorsichtigere Aufstellung als im Pokal. Der Trainer steht für Akribie und ständiges Abwägen und meidet jedes Risiko. Das gibt der Mannschaft Struktur und Halt in Phasen der Unsicherheit. Es kostet aber Wagemut und kreative Freiräume.
Dabei fehlt es Wagner nicht an Personal für mutigeren Fußball. Mikey Moore und Said El Mala können die Ordnung des Gegners aufbrechen. Mit dem zweiten El-Mala-Bruder kommt eine weitere Option für die Offensive hinzu. Der junge Angreifer braucht laut Kölner Stadt-Anzeiger das Vertrauen des Vereins, um sich weiterzuentwickeln.
Gefordert sind jetzt die Partien gegen Leverkusen und den FC Bayern. Dafür brauchen die Kölner neben einem guten Plan vor allem Mut. Wagner ist trotz eines gewonnenen Derbys und des 5:0 im Pokal weiter von Resultaten abhängig.