Köln und Gladbach verurteilen Ausschreitungen im Rhein-Derby
Die Verantwortlichen des 1. FC Köln und von Borussia Mönchengladbach haben die gewalttätigen Ausschreitungen im Rheinischen Derby verurteilt. Das Spiel, das Köln 2:1 (1:1) gewann, war in der zweiten Halbzeit unterbrochen worden.
Gäste-Fans hatten nach einem Treffer von Said El Mala das Sicherheitsglas zwischen Heim- und Auswärtsbereich durchbrochen. Dort kam es zu Auseinandersetzungen mit Kölner Fans. Zudem wurden mehrere Leuchtraketen auf unbeteiligte Fans geschossen. Die Polizei griff nach mehreren Minuten ein. Ob und wie viele Personen verletzt wurden, ist noch unklar.
Gladbachs Sportchef Rouven Schröder sagte: „Das kann nicht funktionieren, sorry. Ich bin genauso Familienvater, ich möchte keine Böller durch die Kurven fliegen sehen, wo ich das Gefühl habe, ich könnte am besten noch getroffen werden. Das gehört sich einfach nicht.“ Er ergänzte: „Wenn ein Spiel unterbrochen wird, dann nicht umsonst. Das gehört absolut nicht ins Stadion.“
Kölns Geschäftsführer Philipp Türoff verurteilte die Vorkommnisse „aufs Äußerste“. Sie gäben dem Derbysieg einen „unschönen Beigeschmack“. Das Sicherheitskonzept verteidigte er dennoch: „Wir haben Dinge gesehen, die sehr stark mit individuellen Störungen zu tun haben.“ Der erste Eindruck sei, „ausdrücklich nicht bilanzierend“, dass das Konzept nicht anders funktioniert habe als vorher.
Das Derby war die erste große Bewährungsprobe für das neue Sicherheitskonzept in Nordrhein-Westfalen. Im Juli hatten die Klubs und NRW-Innenminister Herbert Reul die „Stadionallianzen NRW“ vereinbart. Demnach zieht sich die Polizei im Stadion komplett zurück, die Sicherheitsdienste der Vereine tragen größere Verantwortung.