Mainzer Paul Nebel: „Gute Spieler sind leidensfähig“
Der Mainzer Offensivspieler Paul Nebel hat in einer Fußball-Variante des Proust-Fragebogens über seine Verletzungspause, seine Mentalität und seine Weggefährten gesprochen. Der 24-Jährige ist seit zehn Jahren beim 1. FSV Mainz 05 und spielt seit 2020 im Männerbereich.
Zuletzt war Nebel erstmals in seiner Karriere länger verletzt. Er habe „regelrechte Entzugserscheinungen“ gehabt, weil ihm das Glücksgefühl nach einem Tor fehlte. Stattdessen standen Reha, Physio und Kraftraum an. Es gehöre dazu, seriös fürs Comeback zu schuften, „aber Vergnügen bereitet es wenig“.
Für eine große Karriere hält er die Mentalität für entscheidend: „Gute Spieler sind leidensfähig. Gute Spieler sind hart zu sich und zum Gegner. Sie sind nie satt.“ Geprägt hat ihn Jerôme Gondorf, sein Mitspieler beim Karlsruher SC, an den Nebel von 2022 bis 2024 ausgeliehen war. Gondorf habe ihn im ersten Training beackert und gesagt: „Willkommen in der zweiten Liga. Hier musst du dich wehren können.“
Eine wichtige Stütze war für Nebel Bartosch Gaul, sein Trainer in der Mainzer U 15, U 16 und später in der U 23. Gaul habe ihm geraten, am Kopf zu arbeiten und frei im Kopf zu bleiben. Danach begann Nebel mit einem Mentaltrainer zu arbeiten. Durch das Coaching habe er ein besseres Gefühl für sich selbst bekommen.
Große Stücke hält Nebel auf Mannschaftskollege Kaishu Sano. Dessen Marktwert liege bei 50 Millionen, er werde „ein ganz großer Spieler“, der bei einem Spitzenklub der Premier League bestehen könne. Die Mainzer Kabine nannte Nebel „grandios“.