Mertesacker verteidigt Fritz und fordert mehr Toleranz
Per Mertesacker hat Werder Bremens Sportchef Clemens Fritz öffentlich in Schutz genommen. Am Rande des Bremer Legendenspiels gegen Real Madrid äußerte sich der Weltmeister von 2014 am ARD-Mikrofon zur aktuellen Lage an der Weser.
Mertesacker lobte zunächst den Saisonstart der Bremer: "Der Start war richtig gut. Für die Gegner, die man hatte, musste man ja fast schon befürchten, das wird eine schwierige Anfangsphase bis zur XXL-Länderspielpause. Jetzt mit den Siegen gegen Augsburg und Leipzig hat man aber einen bockstarken Saisonstart hingelegt."
Deutlich schärfer äußerte er sich zur Kritik an den Verantwortlichen. "Man sollte auch schauen, dass hier viele Leute sehr hart gearbeitet haben, um diesen Kader zusammenzustellen. Und das trotz der schwierigen finanziellen Situation. Deswegen sollte man in solchen Situationen auch richtig hingucken", sagte Mertesacker. Er forderte zudem, den Verantwortlichen die nötige Zeit zu geben: "Hoffentlich gibt dieser Saisonstart vielen das Vertrauen, Leute auch mal machen zu lassen."
Mertesacker, der am heutigen Dienstag 42 Jahre alt wird, störte sich besonders an der im Sommer erneut sehr kritischen Stimmung gegenüber Fritz und Werders Leiter des Profiteams, Peter Niemeyer. Sein Plädoyer schloss er mit den Worten: "Hier sind sehr viele Menschen am Werk, denen Werder am Herzen liegt. Und da wünsche ich mir ein bisschen mehr Toleranz in Zukunft."
Mertesacker und Fritz kennen sich seit 2006, als beide gemeinsam zum SV Werder Bremen wechselten. Fünf Jahre verbrachten sie Seite an Seite an der Weser. Fritz' Vertrag als Sportchef läuft nach Informationen der Deichstube im kommenden Sommer aus. Mertesacker selbst wird ab 1. Januar 2027 Geschäftsführer des Deutschen Fußball-Bundes.