Michel Aebischer: Unions Neuzugang setzt auf Gelassenheit und Balance
Union Berlin hat Michel Aebischer als Führungsspieler für das Mittelfeld geholt. Der 29 Jahre alte Schweizer wechselte vor dieser Saison von Serie-A-Absteiger Pisa nach Berlin. Beim 0:0 gegen Borussia Dortmund am vergangenen Samstag im Stadion An der Alten Försterei war er mittendrin.
Aebischer soll der teuerste Neuzugang der Berliner in diesem Sommer sein. Der Verein hat das offiziell nicht bestätigt.
Im Gespräch mit Keystone-SDA beschreibt sich der Mittelfeldspieler als unaufgeregt: „Ich habe noch nie nach einer verlorenen Partie Tränen vergossen, habe kein Problem damit zu sagen, dass ich schlecht gespielt habe.“ Er versuche, eine gute Balance zu finden: „Es gibt anderes, das wichtiger ist.“
Diese Lockerheit will er auch den Mitspielern vermitteln. „Hier herrscht eine grosse Arbeitermentalität“, sagt Aebischer. Immer mehr machen zu wollen, könne dazu führen, sich zu stark zu verkrampfen. „Diesbezüglich versuche ich zu helfen.“
Mit 16 Jahren wechselte Aebischer von Fribourg zu den Young Boys. Dort debütierte er am 10. September 2016 mit 19 Jahren in der höchsten Schweizer Liga. Mit den Bernern gewann er vier Meistertitel und einen Cupsieg. Danach spielte er vier Jahre bei Bologna und holte einmal die Coppa Italia. Dort musste er sich seinen Platz zunächst erkämpfen, die letzte Saison war für ihn schwierig. Es folgte eine Saison bei Pisa.
Seinen Weg hält Aebischer für sehr gut. „Es war eine stetige Entwicklung, ich habe mir alles erarbeitet“, sagt er. Junge Spieler würden heute eher zu früh wechseln: „Es prasselt viel auf die Jungen ein.“
Union spielt seit 2019 in der Bundesliga und qualifizierte sich 2023 für die Champions League.