Hoeneß kritisiert Rummenigge und verrät frühere Zweifel an Eberl
Uli Hoeneß hat sich zu den unterschiedlichen Auffassungen über Sportvorstand Max Eberl beim FC Bayern geäußert. Der Ehrenpräsident kritisiert im Interview mit der WELT am Sonntag, dass Karl-Heinz Rummenigge seine Stimmenthaltung bei Eberls Vertragsverlängerung öffentlich gemacht hat. Zugleich verrät Hoeneß, dass er selbst zeitweise Zweifel an der Arbeit des 53-Jährigen hatte.
„Ich verstehe die Aufregung nicht. Wir sind ein sehr demokratischer Verein. Jeder hat das Recht, seine Meinung zu äußern“, sagte Hoeneß. Die Verlängerung sei mit deutlicher Mehrheit beschlossen worden. Über Rummenigge sagte der 74-Jährige: „Karl-Heinz hat sich der Stimme enthalten. Ich finde es schade, dass er das öffentlich gesagt hat; das war nicht nötig.“ Von einem Zerwürfnis wolle er nichts wissen: „Wir haben in dieser Sache unterschiedliche Meinungen. Aber unser Verhältnis ist völlig intakt. Es ist sogar besser denn je.“
Auch Hoeneß selbst sah Eberl zeitweise kritisch. „Auch ich stand Max eine Zeit lang kritisch gegenüber; wir hatten zum Beispiel das Gefühl, nicht gut informiert zu sein, und einige Verträge waren uns zu teuer.“ Daraufhin suchte die Führung das direkte Gespräch. „Dann haben Karl-Heinz, Herbert Hainer und ich ein Gespräch mit ihm geführt. Seitdem hat Max gute Arbeit geleistet und sich in die richtige Richtung entwickelt“, so Hoeneß.
Welche Verträge gemeint waren, ließ Hoeneß offen. Auch die Gründe für Rummenigges Enthaltung nannte er nicht. Diese habe der frühere Vorstandschef intern im Aufsichtsrat erläutert.
Trotz der früheren Kritik hat Eberl inzwischen die Unterstützung einer großen Mehrheit im Aufsichtsrat. Hoeneß sieht den Sportvorstand auf dem richtigen Weg, auch wenn es bei einzelnen Entscheidungen weiterhin unterschiedliche Meinungen gibt.