Hoeneß ärgert sich über Triple-Forderungen beim FC Bayern
Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat sich im Interview mit der WELT am Sonntag gegen die Forderung nach dem Triple gewandt. Der 74-Jährige warnt davor, den Erfolg des Rekordmeisters ausschließlich an Titeln zu messen.
Nach den starken Auftritten unter Trainer Vincent Kompany träumen viele Fans vom nächsten Triumph in der Champions League. Hoeneß hält dagegen: „Man sollte nicht alles auf den Gewinn eines Pokals reduzieren. Es kann so viel passieren: Sperren, Verletzungen. Wenn ich höre, wie Leute sagen: ‚Das Triple ist das einzige Ziel‘, dann ärgert mich das.“
Für ihn zählen auch die wirtschaftlichen und strukturellen Rahmenbedingungen, unter denen die Münchner arbeiten. Anders als einige europäische Konkurrenten müsse der FC Bayern seinen sportlichen Erfolg mit einer nachhaltigen wirtschaftlichen Ausrichtung verbinden. „Wir haben eine andere Philosophie als Vereine, bei denen Geld keine Rolle spielt, bei denen Hedgefonds oder ganze Länder den Verein finanzieren“, sagte Hoeneß.
Als Beleg nannte er das Wachstum der Mitgliederzahl: „Wir haben mittlerweile mehr als 450.000 Mitglieder. Als ich 1979 zum FC Bayern kam, waren es 8.000.“ Besonders beeindruckt ihn, dass die Nachfrage trotz begrenzter Stadionkapazität weiter steigt. „Ein Drittel unserer Mitglieder konnte noch nie ein Spiel von uns im Stadion sehen, weil es immer ausverkauft ist, und dennoch wächst unsere Mitgliederzahl unaufhaltsam weiter. Das ist ein enormer Erfolg.“
Titel bleiben für Hoeneß trotzdem das Ziel. Der FC Bayern soll weiterhin um die größten Trophäen kämpfen. Die Entwicklung des Vereins dürfe aber nicht allein daran gemessen werden, ob am Saisonende die Champions League oder sogar das Triple gewonnen wird.