← Zurück
Wappen
Interview

Thioune sieht bei neuer Verletzungsregel Verbesserungsbedarf

12.10.2026 15:10

Werder Bremens Trainer Daniel Thioune sieht bei der neuen Verletzungsregel in der Bundesliga Nachbesserungsbedarf. Stürmer Niclas Füllkrug hingegen betont die Vorteile. Beim 2:2 bei Borussia Dortmund am Freitagabend musste Werder gleich zweimal erleben, dass Spieler nach einer Behandlung eine Minute am Spielfeldrand warten mussten.

Seit Saisonbeginn müssen Spieler, die auf dem Feld behandelt werden oder eine verletzungsbedingte Unterbrechung verursachen, nach Wiederaufnahme zunächst eine Minute draußen bleiben. Ausnahmen gibt es unter anderem für Torhüter. In Dortmund traf es zu Beginn Amos Pieper, der später ausgewechselt wurde. Im zweiten Durchgang war Füllkrug nach einem Zusammenprall mit Nico Schlotterbeck betroffen.

„Es war mir nur einmal ganz kurz ein bisschen schummerig, aber nichts Wildes“, sagte Füllkrug. Die Ärzte hätten ihn durchgecheckt. „Da muss ich die neuen Regularien auch ein bisschen loben. Natürlich ist es hart, eine Minute draußen bleiben zu müssen, aber bei einem Stoß auf den Kopf macht das schon Sinn.“

Thioune äußerte leichte Einwände. „Gerecht ist es, wenn es alle trifft. Ob ich es gut finde, weiß ich gar nicht, ich hatte eher ein Problem damit“, sagte der 52-Jährige. Die Pause für Füllkrug könne er nachvollziehen: „Gesundheit des Spielers geht vor, gerade bei Kopfverletzungen.“ Er wünscht sich aber „ein bisschen mehr Sensibilität“, damit der Schiedsrichter kurz abklären kann, ob ein Spieler benommen ist. Eine pauschale Anwendung sei nicht in jedem Fall sinnvoll.

Zudem sieht Thioune sportliche Nachteile. Spielt ein Spieler den Ball selbst ins Aus, damit der Schiedsrichter unterbricht, muss er ebenfalls eine Minute pausieren. „Damit ist uns nicht geholfen“, sagte er. Ähnliches erlebte Werder gegen Augsburg in der Nachspielzeit mit Marco Friedl.

Thioune sieht deshalb die Verantwortlichen gefordert, die Regel noch einmal zu überprüfen. „Die Schiedsrichter sind, glaube ich, eher die ausführenden Personen. Aber das Thema ist noch nicht zu Ende erzählt, vielleicht gibt es noch Modifizierungen.“

Kommentare

Lade Kommentare…

Bitte anmelden, um Kommentare zu schreiben.