Eberl über Kompany: Nachts auf der Couch bis zur Zusage
Bayerns Sportvorstand Max Eberl hat im Klubmagazin „51“ geschildert, wie er Trainer Vincent Kompany im Sommer 2024 zur Zusage bewegte. Der Belgier war demnach nicht der Wunschkandidat des FC Bayern. Im entscheidenden Moment legte sich Eberl nachts bei Kompany in Manchester auf die Couch und weigerte sich zu gehen.
Vor Kompany standen andere Namen auf der Liste. Julian Nagelsmann, zu dem Eberl nach eigenen Worten „einen sehr guten Draht“ hat, blieb beim DFB. Auch Ralf Rangnick sagte ab. Eberl weiß, wie die Personalie gewirkt hätte, wäre Kompany die erste Wahl gewesen. Der Tenor hätte gelautet: „Den Absteiger-Trainer aus Burnley als Nachfolger von Thomas Tuchel?“
Eberl selbst überzeugte nach eigener Aussage ein vierstündiges Telefonat. Danach schickte er Sportdirektor Christoph Freund los, später sprachen Jan-Christian Dreesen und Präsident Herbert Hainer mit dem Kandidaten. Auch Pep Guardiola habe seinen früheren Kapitän bei Manchester City gegenüber Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge empfohlen.
„Uli hat gesagt, ich darf dein Haus erst verlassen, wenn du unterschrieben hast“, habe Eberl dem Belgier bei seinem nächtlichen Besuch erklärt. Kompany wollte um drei Uhr morgens noch mit seiner Frau sprechen. Seine Reaktion laut Eberl: „Ja, Max, ich mache es. Aber ich muss erst mit meiner Frau reden.“ Dann habe Kompany ihn doch aus der Tür geschoben.
Sportlich hat sich die Entscheidung ausgezahlt. Unter Kompany holten die Bayern zweimal die Meisterschaft und in der vergangenen Saison erstmals seit sechs Jahren den DFB-Pokal. Eberl sagt: „Vincent Kompany hat die Freude komplett wiederbelebt. Viele Spieler sind dieselben, aber sie wirken wie ausgewechselt.“
Nach sieben Spieltagen führt der Rekordmeister die Bundesliga ungeschlagen mit 17 Punkten und 25:6 Toren an. Kompany fehlt derzeit nach seinem Zusammenbruch Ende Oktober. Assistenztrainer Aaron Danks übernimmt, eine Rückkehr vor der Länderspielpause gilt als ausgeschlossen.
Am Samstag (18.30 Uhr) empfangen die Münchner Borussia Dortmund. Derzeit stehen sie nur dank der besseren Tordifferenz an der Spitze. Mit einem Sieg könnten sie den BVB um drei Punkte distanzieren.