Viessmann-Deal: Bayern droht Ärger bei der Jahreshauptversammlung
Der Anteilsverkauf des FC Bayern an die Viessmann Generations Group dürfte bei der Jahreshauptversammlung am 21. November für Diskussionen sorgen. Der Klub und das Münchner Unternehmen machten den Deal am vergangenen Donnerstag perfekt. Kritik gibt es von Mitglied und Rechtsanwalt Michael Ott.
Wie berichtet, steigt Viessmann mit knapp 6,7 Prozent bei der FC Bayern München AG ein. Ott sprach schon während der Anbahnung von einem „Schlag ins Gesicht aller Mitglieder“. Der Klub verkaufe die Anteile 2026 „ohne jede Not“, schrieb er und fragte: „Wie wenig kann man zu seinem Wort stehen?“ Er verwies auf die Versammlung 2021, als Präsident Herbert Hainer die Mitglieder bat, Otts Antrag nicht zuzustimmen. Der Klub wolle nur in wirtschaftlich schwierigen Zeiten „handlungsfähig“ sein. Der Antrag, dass weitere Anteilsverkäufe der Zustimmung der Mitglieder bedürfen, scheiterte damals knapp an der nötigen Dreiviertelmehrheit. Laut Satzung sind insgesamt 30 Prozent erlaubt.
Auch die Fans meldeten sich zu Wort. Beim 5:1 gegen den VfB Stuttgart zum Bundesliga-Auftakt am 28. August zeigte die Südkurve ein Banner: „978 Mio. € Umsatz und 27,1 Mio. € Reingewinn. 5% Anteilsverkauf nur für schwierige Zeiten?“
Hainer verteidigte den Schritt gegenüber der SZ. „Es gibt einen Spruch: ‚Spare in der Zeit, dann hast du in der Not‘. Wir haben jetzt den richtigen Partner gefunden, der uns für die Anteile auch noch einen sehr vernünftigen Betrag gibt“, sagte er. „Diesen Betrag legen wir auf die Seite.“ Der Deal soll dem Klub rund 250 Millionen Euro einbringen. Ob diese Erklärungen Ott und die Fans überzeugen, zeigt sich am 21. November.